Willkommen im Kinderdorf Peru!

Peru ist das Land der Gegensätze. Die Schönheit der Natur und die Freundlichkeit der Menschen ist beeindruckend. Auf der anderen Seite ist das Land noch immer von Staatsschulden, rücksichtsloser Wirtsschaftspolitik, Korruption und geringer Weltmarktpreise für traditionelle Exportprodukte gekennzeichnet. Das Ergebnis ist unvorstellbare Armut in breiten Bevölkerungsschichten.
Rund um die Hauptstadt Lima hat sich ein Elendsviertel gebildet, in dem rund die Hälfte der Bevölkerung lebt. Auf engstem Raum in primitiven Hütten aus Bast, Blech und Karton ohne Kanalisation, fließendem Wasser oder Elektrizität. Und Jahr für Jahr kommen zahlreiche mittellose Menschen dazu.

Die Kinder sind von dieser Situation am härtesten betroffen. Auf der Flucht vor Gewalt und Zerrüttung in den Familien suchen viele im Leben auf der Straße einen Ausweg, der sich schnell als eine hoffnungslose Sackgasse heraustellt. Hinzu kommt, dass 21 Prozent aller Todesfälle Kinder unter fünf Jahre betreffen. Unter diesen schlimmen Gegebenheiten ist es beinahe sarkastisch, Eltern in dieser Region Glückwünsche zur Geburt auszusprechen. Zwar ist eine positive Entwicklung in Sicht, dennoch ist der Lebensstandard für Kinder in Peru, verglichen mit dem in Europa, noch mehr als bescheiden.

Entstehung des Kinderdorfes
Wir schreiben das Jahr 1995: auf einer Rucksacktour quer durch Südamerika, und letztlich auch durch Peru, begann die Vision des erfolgreichen deutschen Geschäftsmannes Robert L.: Helfen da, wo Hilfe zwingend nötig ist. Kurzer Hand entschloss er sich zusammen mit seiner Frau, dem alten Leben Adieu zu sagen. Er verkaufte seine zwei Modegeschäfte und setzte fortan große Teile seines Privatvermögens für Kinder in den Elendsvierteln von Lima ein. Das Projekt "Kinderdorf Peru" war geboren.

Ganz auf sich allein gestellt, von ihren Eltern verlassen, ohne ausreichende Nahrung und ohne ein Zuhause, fehlte den Kindern in größter Not jede Chance auf eine menschenwürdige Zukunft. Durch die Initiative der beiden wurde diesen Kindern geholfen. Im Kinderdorf Peru erhielten Sie das, was jeder Mensch braucht: Nahrung, Fürsorge und ein sicheres Zuhause.

Bereits 1998 lebte Robert L. mit seiner Frau mindestens fünf Monate im Jahr in Lima, wo sie das Projekt zusammen betreuten und weiter ausbauten. Dies gelang einige Jahre. So wurde ein 20.000 qm großes, fruchtbares Grundstück in einem Vorort von Lima erworben. Der Bau der ersten Kinderdorfhäuser begann nur ein Jahr später. 2004 gab es bereits acht Häuser sowie Lehrwerkstätten für 70 Kinder und Jugendliche.
Allerdings war schnell klar: nur Spenden und Patenschaften können das Kinderdorf langfristig am Leben halten. Denn pro Kind entstanden pro Jahr laufende Kosten in Höhe von 3.000 Euro. Darüber hinaus musste aber auch noch der Personalbedarf für Streetworker, Sozialarbeiter, Erzieher, Pädagogen, Psychologen, "Mütter" usw. gedeckt werden. Hinzu kamen die Kosten für die Kinderdorfhäuser und Lehrwerkstätten.
Das "Abenteuer" Kinderdorf Peru dauerte für Robert L. und seine Frau insgesamt neun Jahre. Am 01.01.2007 erfolgte dann die Eingliederung in die SOS-Kinderdorf-Familie, da die Arbeit von Robert L. und seiner Frau leider nicht ausreichte, um das Kinderdorf weiter auf dem erreichten Niveau zu halten und darüber hinaus noch weiterzuentwickeln.

Es sollte mehr Menschen wie Robert L. und seine Frau geben. Vielen Dank für dieses phantastische Engagement!!!